Im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) haben Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Lernen die Möglichkeit die erworbenen Fertigkeiten in den Kulturtechniken auszubauen und spezielle Kenntnisse zu erwerben. Ziel ist es:
Nach dem erfolgreichen Durchlaufen des BVJ den vereinfachten Hauptschulabschluss zu erhalten.

Im Unterricht des BVJ werden am Berufsleben orientierte theoretische Inhalte, in den Fachbereichen Verkaufs- und Lagerwirtschaft sowie Metalltechnik, gelehrt. Der Fächerkanon umfasst neben Deutsch und Wirtschaftsrechnen Wirtschaftslehre, Sozialkunde, Datenverarbeitung und Buchführung. Besonderen Wert wird bei der Auswahl der Methoden darauf gelegt, neben den fachlichen Kenntnissen den Jugendlichen Schlüsselqualifikationen für den späteren Beruf wie Sorgfalt, Genauigkeit, Selbständigkeit, Zuverlässigkeit, Arbeitsgeschwindigkeit und Durchhaltevermögen zu vermitteln. Hierbei sind wir bemüht, theoretisches Wissen mit praktischen Tätigkeiten zu verbinden, wie z.B. bei der Arbeit im Service Point (siehe Übungsfirmen). Hierbei ist es uns wichtig, alle Schüler entsprechend ihrer besonderen Fähigkeiten auch durch den Einsatz individueller Arbeitshilfen in den Arbeitsprozess einzubinden, was in besonderem Maße im Unterricht im Fach Metalltechnik geschieht, der einen beträchtlichen Anteil der Arbeit im BVJ ausmacht (siehe 6.6 Werken).
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im BVJ ist auch die Vorbereitung auf ein selbständiges Leben mit Hilfe einer Lehrwohnung.
Seit 2009 ist im Astrid-Lindgren-Haus der Fachdienst Übergang Schule-Beruf angesiedelt. Er begleitet die Betriebspraktika und vermittelt auf vielfältige Art und Weise wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten für das Arbeits-/ Berufsleben. Individuell unterstützt und beraten werden Schülerinnen und Schüler, die eine betriebliche Ausbildung oder eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anstreben. Um einen guten Übergang und eine größtmögliche Nachhaltigkeit zu gewährleisten, kann die Begleitung in einem solchen Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis für eine Dauer von bis zu drei Jahren nach Beendigung der Schule fortgeführt werden. Mehr Informationen unter:
http://www.koerperbehinderte-allgaeu.de/index.php?menuid=246
Im Anschluss an das BVJ ist es den Schulabgängern möglich, dank der Unterstützung durch externe Partner, im Rahmen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme verschiedene Arbeitsbereiche zu erproben, um sich für den ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechenden Beruf zu entscheiden.
Ist die Entscheidung für einen Beruf bereits gefallen, erfolgt die Vermittlung der Jugendlichen auch durch die Agentur für Arbeit und den zuständigen Rehaberater an Einrichtungen, die den jungen Menschen eine Berufsausbildung, auch theoriereduzierte Fachwerkerausbildungen an speziellen Einrichtungen für körperlich beeinträchtigte Menschen (oder Berufsbildungswerken oder Betrieb) ermöglichen, um auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz zu bekommen. Im Vorfeld bietet das Berufsvorbereitungsjahr die Möglichkeit, in Praktika verschiedene in Frage kommende Arbeitsfelder zu erproben.